Die Wahl zwischen Pest und Cholera

Wiener Schnitzel oder veganes Curry zu Mittag? 

Mallorca oder Amsterdam im Sommer?

Zusammengehen oder bleiben lassen?  

Noch Zähne putzen oder einfach schlafen gehen?

Die meisten Entscheidungen, vor die uns unser Alltag stellt, sind relativ schnell getroffen. Gerade jene, die wir alleine treffen können und deren Konsequenzen auch (vor allem) uns allein betreffen. Sobald aber andere mitmischen, wird die Sache komplizierter, oft lästig; die Qual der Wahl wird zur Wahl der Qual: Pest oder Cholera, was darf’s denn sein?

 

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Gegen Wahlen!

Gegen Wahlen

Nicht minder reißerisch klingt der Titel von David Van Reybrouks neuestem Sachbuch. Was im ersten Moment plump und provozierend klingen mag, entwickelt sich im Laufe der haarscharfen Analyse zu einem interessanten Denkanstoß, der uns immer wieder fragen lässt: Wieso sind wir der Überzeugung, dass wir durch Wahlen zu einer gelungenen Demokratie kommen?

Eine Rezension von Carlos P. Reinelt

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Die Qual der Wahl

Viele sprechen von der Qual der Wahl, von wahlweise einer weisen Wahl oder aber von der anstößigen Wahllosigkeit dieser oder jener Personen. Doch im Grunde bleibt für mich hinter diesen Floskeln die unangenehme Frage, was denn nun so etwas wie eine Wahl eigentlich ist, wie ich sie treffen, von was oder wie ich sie abhalten kann oder wie ich sie und sie mich eigentlich sabotieren kann. Und hierbei spreche ich nicht von den Papierzetteln, die in unschuldigen Pastelltönen viel zu zahlarm in den Urnen der verschiedenen Wahlbezirke landen, sondern von jenen Situationen, in welchen wir Tag für Tag eine Wahl treffen. Welche … Hose/ Marmelade/ Beruf/ Umgangston/ PartnerIn/ Zeitschrift/ Joggingschuhe/ Moral/ … Die Liste scheint endlos. Fangen wir an. Jedes einzelne Produkt unserer materiellen Umwelt wurde Opfer unserer Entscheidung, die Wahl fiel, der Euro auch. Warum habe ich dieses Produkt konsumiert, warum nicht jenes? Ich will euch in die Situation eintauchen lassen, welche mich zu diesem Artikel bewog und welche ich gerade erlebe, um ein Reallife-Abbild meines moralischen Dilemmas zeichnen zu können.

Von Selina Schnickers

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Back to the Future, please!

Back to the Future!
Paul Nigh’s ‚TeamTimeCar.com‘ Back to the Future DeLorean Time Machine

2017. Ginge es nach Doctor Emmett Brown würden wir im Jahr 2017 längst mit fliegenden Untersetzern die Troposphäre unsicher machen, selbstschnürende Schuhe tragen und nach einem langen Unitag unser Hoverboard in der Garage parken. Tatsächlich kriegen wir im Jahr 2017 aber teilweise noch nicht mal die banalsten und selbstverständlichsten Dinge gebacken (Stichwort: Toleranz und Gleichberechtigung), was den Verdacht aufkommen lässt, dass wir noch lange nicht in der Zukunft angekommen sind – vielmehr fühlt man sich an so manchem Tag und während so mancher anti-feministisch angehauchten Diskussion schlagartig ins tiefste Mittelalter zurückversetzt, wenn darüber debattiert wird, was Frauen angeblich (nicht) dürfen, können, sollen und müssen.

Ein Gedankenmosaik von Sandra Grübler


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In Österreich greift nur zu Kohle, wer keine Kohle hat

Kohle

Es gibt ja nicht viele Dinge, die man als kleiner Dreikäsehoch erlebt hat, an die man sich auch nach zwanzig Jahren noch gestochen scharf und unglaublich gerne erinnert. Meine Besuche bei Uroma und Uropa S. gehören jedoch zu diesen kostbaren Erinnerungen. Nicht nur deshalb, weil die Urli die besten Schoko-Busserln österreichweit backen konnte und sie mir ganz nebenbei beibrachte, wie man beim Kartenspielen erfolgreich schwindelt, sondern auch wegen der besonderen, gemütlichen Atmosphäre in der kleinen Siedlungswohnung, in der es immer lauschig warm (sprich: siedend heiß) war und nach Essen duftete.

Von Sandra Grübler


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