Wenn das Rockhouse zur Post-Metal-Kirche wird: Amen, Ra!

Wenn im Rock-House alle schwarz tragen, und trotzdem während minutenlangen atmosphärischen Crescendi mehrheitlich geschwiegen wird, dann weiß man, welche Stunde geschlagen hat.

Konzertbericht von Carlos P. Reinelt

Neben den Vorgängern Neurosis und Isis (der Band, nicht den Terroristen) gehört Amenra zu den hellsten Sternen des Post-Metal-Himmels. Und mit Neurosis zum einzigen, der noch nicht erloschen ist. Umso erfrischender ist es, wenn es ein solcher Act mal nach Salzburg schafft.

Gebucht wurde trotzdem nur die Rockhouse-Bar. Und will man der Facebook-Seite vertrauen, wurde sich im Vorhinein nicht wirklich um die Karten gerissen. Dennoch: Am Abend ist die Bar voll, sehr voll. Zufälligerweise trage ich nach einem langen Uni-Tag ein  unbeschriftetes, schwarzes Shirt und dünke erstaunlich assimiliert. Aber alles nur nebensächlich.

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Bevor Amenra (in ihrem Namen steckt Amen, Ra, und Ramen) auf die Bühne kommt wird es dunkel, sehr dunkel, und ein langes Sample beginnt. Sie lassen sich Zeit, bevor sie auf die Bühne kommen. Die ersten Reihen verstummen, hinten wird noch genuschelt, manche zischen Psssst! durch die Reihen. Aber vor allem die redseligen Bargäste scheinen davon unbeeindruckt. Spätestens als die düsteren Gitarrenwände einsetzen, kann man sie nicht mehr hören.

Amenra, die keine Lieder schreiben, sondern ganze Messen (Albumtitel: Mass I, Mass II …) verwandeln in einer Mischung aus Drone, Post, Doom und Pink Floyd auf Heroinentzug das Rockhouse in eine atmosphärische Stätte. Leise klagender Weltschmerz wechselt sich mit brachialen Ausbrüchen ab.

Im Hintergrund laufen Schwarz-Weiß-Projektionen, aber das scheint die meisten Besucher nicht zu kümmern. Entweder sie stehen mit geschlossenen Augen da, oder wippen in Wong Kar-Wai’scher Slow Motion zu den tiefen Wellen.

Alter Projektor

Schon gesehen? uni:press Filmschmankerl #4 – Musicals

Von Hannah Wahl und Bernhard Landkammer

Manche Kulturformen sind einfach für einen Medientransfer bestimmt. Waren Musicals seit ihrem Anfang in den 1920er Jahren zunächst noch im Theater beheimatet, eroberten sie in Form von Adaptionen und eigenständigen Filmen schnell die Leinwand.

Der Formenreichtum dieses Genres scheint dabei unbegrenzt. Für die einen sind bereits von musikalische Einlagen geprägte Disney-Filme Musicals. Andere verstehen darunter Broadway-Adaptionen wie “The Phantom Of The Opera”, während manche ganz auf musikalische und modernisierte Variationen von historisch-kulturellen Stoffen wie “West Side Story” schwören. Selbstverständlich gibt es auch die Fraktion, die nur ganz für sich stehende Filme wie “Singing In The Rain” als ‘echte’ Musicals akzeptiert.

So vielfältig die Genres, so vielfältig auch die Musikstile. Allen Varianten gemein sind ihre offensiv ausgestellte Künstlichkeit und ihre Ohrwürmer. Wir haben uns für euch Klassiker und unbekannte Perlen des Genres angesehen.

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Martin Habacher und die Filmcrew

Mabacher – #ungebrochen – “Ich bin der Größte, Bitches!”

Am Mittwoch den 13. Februar fand die Heimpremiere des lang erwarteten Dokumentarfilms über Martin Habacher, dem, wie er sich selbst nannte, “kleinsten Youtubers der Welt” statt. Zahlreiche Besucher*innen und Wegbegleiter*innen waren ins Wiener Filmcasino gekommen um das visuelle Portrait des Influencers zu sehen, aber auch um Abschied zu nehmen. Bald wird der Film auch in Salzburg gezeigt.

Von Hannah Wahl

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Alter Projektor

Schon gesehen? uni:press Filmschmankerl #3: Bodyhorror

Horrorfilme wirken auf jede Person anders und können je nach Ausrichtung Vieles sein: Furchterregend, verstörend, erheiternd, aber auch verzaubernd. Es gibt allerdings vermutlich kein Genre, das so stark physisch wirkt wie der Bodyhorror. Unter diesem Begriff kann viel gebündelt werden, seien es kafkaeske Verwandlungen und Transformationen, Mutationen, die Manipulation von Körperteilen oder pure Gewaltexzesse. In dieser Ausgabe von “Schon gesehen“ wollen wir euch einige filmische Highlights des Ekel(n)s vorstellen. Dabei versuchen wir, die verschiedenen Varianten dieses facettenreichen Genres zu beleuchten. Am besten führt ihr euch die folgenden Filme in einer ruhige Minuten, bei psychischer Stabilität und mit einem gesunden Magen zu Gemüte. Sagt nicht, wir hätten euch nicht gewarnt.

Von Hannah Wahl und Bernhard Landkammer

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Der ultimative uni:press-Beisltest (Teil 6) – Salzburg Süd

uni:press Beisltest Teil 2

Fortgehen abseits des (studentischen) Mainstreams

 

Rudolfskai, Gstättengasse, Bergstraße oder Imbergstraße – das sind die Topadressen des Salzburger Nachtlebens. Topadressen? Wirklich? Wir haben uns schick gemacht und für euch Lokale abseits des studentischen Nachtlebens getestet, damit ihr ein Refugium findet, wenn euch die Segabar zu fad wird.

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Der Ursprung der Liebe

 

Eigentlich dürfte ich Liv Strömquist nicht so toll finden, denn schließlich hat sie mir mit ihrem neuesten Comic „Der Ursprung der Liebe“ wichtige Stunden, die ich eigentlich mit Seminararbeiten und ähnlichem verbringen sollte, gestohlen. Aber wo ein Eigentlich, da meist ein Aber – so auch hier.

Von Carolina Forstner

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Alter Projektor

Schon gesehen? Die uni:press Filmschmankerl #1

Die letzten Jahre dominieren dank Netflix, Amazon Prime und weiteren On-Demand-Anbietern Serien das kulturelle Geschehen. So wichtig und toll das serielle Erzählen sein kann, ist es doch nach wie vor eine Kunst, im Rahmen von 90 bis 120 Minuten (in Ausnahmen auch länger) eine fesselnde Geschichte zu erzählen, Charaktere zu erschaffen, mit denen man mitfühlen will, und eine packende Bildsprache zu kreieren. Seit Beginn der Filmkunst durch die Gebrüder Lumière hat sich einiges getan: Nachdem der Schreck des Publikums ob einer auf der Leinwand einfahrenden Eisenbahn sich gelegt hatte, entwickelte sich das Medium Film vielfältig weiter. Sei es durch technische Bedingungen oder kulturelle Einflüsse, verschiedene Schauspieltheorien oder historisch relevante Themen: Jede Epoche hat unterschiedliche, facettenreiche und begeisternde Perlen hervorgebracht.

Beginnend mit dieser Ausgabe der uni:press präsentieren wir euch eine Auswahl an Filmen, die man gesehen haben sollte: Nicht alle davon sind vergessene Klassiker, nicht alle davon sind geheime Filmtipps, von denen ihr noch nie gehört habt. Alle haben allerdings das Prädikat “unbedingt empfehlenswert”.

Von Hannah Wahl und Bernhard Landkammer

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